Ein umfassender Leitfaden zu Diamanteinschlüssen und Fehlern

In der Welt der Gemmologie ist Perfektion die Grundlage, aber die „Fingerabdrücke“ eines Diamanten – seine Einschlüsse und Schönheitsfehler – erzählen die wahre Geschichte seiner Herkunft. Ob ein Diamant über Millionen von Jahren tief im Erdinneren geschmiedet oder in einem Hightech-Labor gezüchtet wurde, diese inneren und äußeren Merkmale sind die Hauptmerkmale seiner Identität.
Während das Wort „Unvollkommenheit“ wie ein zu vermeidender Fehler klingt, betrachten Gemmologen diese Merkmale als technische Datenpunkte, die die Reinheitsgrad eines Steins, seine Geschichte und seinen einzigartigen Charakter bestimmen.
Einschlüsse vs. Schönheitsfehler: Was ist der Unterschied?
Es ist wichtig zu unterscheiden, wo sich diese Markierungen befinden, da sie den Wert und die Bewertung des Diamanten auf unterschiedliche Weise beeinflussen.
- Einschlüsse: Dies sind innere Merkmale, die während seiner Entstehung im Inneren des Diamanten entstanden sind. Sie sind in der Kristallstruktur „eingeschlossen“ und können nicht entfernt werden, ohne den gesamten Stein neu zu schleifen.
- Schönheitsfehler: Dies sind äußere Markierungen, die nach der Entstehung des Diamanten auf der Oberfläche auftreten. Diese entstehen typischerweise während des Schleif- und Polierprozesses oder durch tägliche Abnutzung.
Die innere Anatomie: Häufige Arten von Einschlüssen

Innere Einschlüsse entstehen, wenn Fremdmaterialien während des Wachstums eingeschlossen werden oder wenn sich das Kristallgitter des Diamanten unregelmäßig entwickelt. Unter 10-facher Vergrößerung suchen Gemmologen nach mehreren spezifischen Mustern:
- Kristalle und Punkte: Ein Kristall ist ein Mineral, das im Inneren des Diamanten eingeschlossen ist. Ein Punkt ist im Wesentlichen ein mikroskopisch kleiner Kristall, der wie ein winziger Punkt aussieht.
- Wolken: Eine Ansammlung vieler Punkte, die zusammen ein trübes oder „milchiges“ Aussehen erzeugen.
- Federn: Ein kleiner interner Riss oder Bruch. Sie sind oft weiß und federartig; wenn sie jedoch die Oberfläche erreichen, können sie eine Gefahr für die Haltbarkeit darstellen.
- Nadeln: Lange, dünne Kristalle, die bei hoher Vergrößerung wie winzige Stäbe oder Nadeln aussehen.
- Maserung: Innere Linien oder Kurven, die durch unregelmäßiges Kristallwachstum verursacht werden. Diese können reflektierend oder sogar farbig erscheinen.
- Hohlräume und Knoten: Ein Hohlraum ist eine eckige Öffnung, während ein Knoten ein Einschluss ist, der sich bis zur Oberfläche des Diamanten erstreckt.
Oberflächenprüfung: Häufige Schönheitsfehler
Schönheitsfehler beschränken sich auf die Oberfläche. Obwohl sie oft weniger kritisch sind als innere Einschlüsse, können auffällige Oberflächenmarkierungen dennoch den Glanz eines Diamanten trüben.
- Kerben und Absplitterungen: Kleine Kerben oder flache Öffnungen, die normalerweise entlang der Rondiste (der Kante) oder der Spitze (dem untersten Punkt) zu finden sind.
- Kratzer und Abrieb: Dünne weiße Linien oder „unscharfe“ Kanten, die durch Reibung oder Kontakt mit anderen Diamanten verursacht werden.
- Naturale: Dies sind eigentlich Überreste der ursprünglichen „Haut“ des Rohdiamanten, die auf dem fertigen Edelstein verblieben sind – ein Zeichen dafür, dass der Schleifer versucht hat, so viel Gewicht wie möglich zu erhalten.
Natürliche vs. im Labor gezüchtete Einschlüsse
Während natürliche und im Labor gezüchtete Diamanten die gleiche chemische Zusammensetzung haben, hinterlassen ihre „Wachstumsgeschichten“ unterschiedliche Spuren.
Natürliche Diamanten wirken wie Zeitkapseln. Sie weisen oft ausgeprägte Wachstumslinien und Mineraleinschlüsse auf, die Millionen von Jahren wechselnden Druck und Temperatur festhalten. Diese einzigartigen Zonierungsmuster sind in einem Labor nahezu unmöglich zu replizieren.
Labor Diamanten werden in kontrollierten Umgebungen hergestellt, aber sie sind nicht immer perfekt. Ihre Einschlüsse, oft als „Wachstumsreste“ bezeichnet, stammen aus dem beschleunigten Wachstumsprozess. Während ein natürlicher Stein einen Mineralkristall haben kann, kann ein im Labor hergestellter Stein einen winzigen Rest des metallischen Katalysators enthalten, der in der Wachstumskammer verwendet wird.

Rote Flaggen: Zu vermeidende Einschlüsse
Nicht alle Einschlüsse sind gleich. Wenn Sie einen Diamanten kaufen – insbesondere im Bereich SI1 oder SI2 – sollten Sie vorsichtig sein bei „abgesetzten“ Einschlüssen, die den Stein beeinträchtigen könnten.
1. Haltbarkeitsrisiken
Seien Sie vorsichtig bei großen Federn oder tiefen Hohlräumen in der Nähe der Spitzen von ausgefallenen Formen (wie den Spitzen einer Marquise oder den Ecken eines Princess-Schliffs). Diese bilden strukturelle Schwachstellen, die bei versehentlichem Anstoßen des Steins zu Absplitterungen führen können.
2. Optische Killer
Dichte Wolken können einen Diamanten „schläfrig“ oder trüb aussehen lassen und verhindern, dass er Licht richtig reflektiert. Ebenso wirkt ein großer dunkler Kristall, der sich direkt unter der „Tafel“ (der oberen flachen Facette) befindet, wie ein permanenter schwarzer Fleck, der oft mit bloßem Auge sichtbar ist.
Vergleichstabelle: Interne vs. externe Merkmale
Die folgende Tabelle fasst die häufigsten Merkmale zusammen, die Sie in einem GIA-Bewertungsbericht finden.
| Merkmaltyp | Ursprung und Ort | Häufige Beispiele | Auswirkungen auf den Diamanten |
|---|---|---|---|
| Interne Einschlüsse | Entstanden im Inneren während des Wachstums (natürlich oder im Labor) | Kristalle, Federn, Wolken, Punkte, Nadeln | Beeinflusst den Reinheitsgrad und den Lichtweg; kann die Haltbarkeit beeinträchtigen, wenn sie groß sind. |
| Externe Schönheitsfehler | Beschränkt auf die Oberfläche; tritt nach der Bildung auf | Kratzer, Absplitterungen, Kerben, Naturale, Abrieb | Beeinflusst den Oberflächenglanz und den Politurgrad; oft durch Nachpolieren entfernbar. |
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