Sehr, sehr geringfügig eingeschlossener (VVS) Diamantreinheits-Leitfaden

Der Exzellenzstandard: Ein tiefer Einblick in die VVS-Diamantreinheit
In der Hierarchie der Edelsteine repräsentieren Very Very Slightly Included (VVS) Diamanten die Elite-Klasse der "nahezu perfekten". Diese Steine nehmen weniger als 1 % aller Diamanten in Edelsteinqualität ein und werden von Sammlern und solchen bevorzugt, die ein hohes Maß an technischer Reinheit fordern.
Obwohl VVS-Diamanten technisch gesehen nicht "makellos" sind, sind die Einschlüsse, die sie besitzen, so mikroskopisch, dass sie für das bloße Auge im Wesentlichen nicht vorhanden sind – und selbst für viele Fachleute ohne nennenswerte Anstrengung nicht.
Was bedeutet VVS in der Praxis?
Das GIA definiert VVS-Diamanten als Einschlüsse enthaltend, die für einen ausgebildeten Gemmologen unter 10-facher Vergrößerung extrem schwer zu lokalisieren sind. Um diese Note zu verstehen, muss man zwischen ihren beiden Unterkategorien unterscheiden: VVS1 und VVS2.
VVS1: Der Höhepunkt der Nahezu-Perfektion
VVS1-Diamanten sitzen direkt unterhalb von Internally Flawless auf der Reinheitsskala. Ihre Einschlüsse sind so gering, dass sie bei Standard 10-facher Vergrößerung praktisch nicht zu erkennen sind. Gemmologen müssen oft spezielle Beleuchtung verwenden und über längere Zeiträume suchen, um Folgendes zu finden:
- Pinpoints: Winzige Kristallpunkte, die wie ein Staubkorn erscheinen.
- Needles: Schlanke, haarartige interne Kristalle.
- Internal Graining: Schwache Linien, die durch unregelmäßiges Kristallwachstum verursacht werden.
VVS2: Technische Seltenheit mit besserem Wert
VVS2-Diamanten sind immer noch außergewöhnlich rein, aber ihre Einschlüsse sind etwas leichter zu finden als die in einem VVS1. Dies kann daran liegen, dass die Einschlüsse geringfügig größer, zahlreicher oder an einer besser sichtbaren Position liegen (z. B. unter der Tafelfacette). Dazu können winzige Kristalle, Federn oder Wolken gehören, die jedoch für das bloße Auge unsichtbar bleiben.
Qualität und visuelle Leistung
Der Hauptreiz von VVS-Diamanten ist ihre kompromisslose Brillanz. Da die Einschlüsse so mikroskopisch sind, beeinträchtigen sie weder den Durchgang von Licht noch die strukturelle Integrität des Steins.
- Transparenz: VVS-Diamanten bieten ein "kristallklares" Aussehen, das sich ideal für Stufenschnitte (wie Smaragd- oder Asscher-Schliffe) eignet. Da diese Formen große, offene Facetten haben, die als Fenster fungieren, können niedrigere Reinheitsgrade ihre Fehler nicht verbergen. VVS stellt sicher, dass das Fenster makellos bleibt.
- Haltbarkeit: Im Gegensatz zu niedrigeren Reinheitsgraden (wie I1 oder I2) weisen VVS-Diamanten keine inneren Merkmale auf, die die Stabilität des Diamanten gefährden.
- Vielseitigkeit: Ob in Platin oder Gold gefasst oder in eine runde oder ausgefallene Form geschliffen, ein VVS-Stein bietet die maximal mögliche Lichtausbeute für seinen spezifischen Schliff und seine Farbe.

Das Verständnis des VVS-Preisaufschlags
VVS-Diamanten erzielen hauptsächlich aufgrund ihrer geologischen Seltenheit einen hohen Marktwert. Die Preisdynamik zwischen VVS1 und VVS2 ermöglicht jedoch strategische Käufe.
Die Investition von VVS1
Die VVS1-Preise spiegeln ihre technische Exzellenz und Seltenheit wider. Mit zunehmendem Karatgewicht steigt der Preis eines VVS1-Steins exponentiell. Sammler wählen VVS1 oft wegen seines Investitionspotenzials und des Prestiges, einen Stein zu besitzen, der technisch gesehen an der Spitze des globalen Angebots steht.
Der strategische Wert von VVS2
VVS2-Diamanten bieten einen "Sweet Spot" für High-End-Käufer. Sie sind für das bloße Auge optisch identisch mit VVS1- und makellosen Steinen, sind aber in der Regel zu einem niedrigeren Preis erhältlich. Dies ermöglicht es Käufern, mehr von ihrem Budget für die Schliffqualität (die sich auf das Funkeln auswirkt) oder das Karatgewicht (das sich auf die Größe auswirkt) zu verwenden, ohne auf das "reine" Aussehen zu verzichten.
VVS1 vs. VVS2: Welchen sollten Sie wählen?
Die Wahl zwischen diesen beiden Noten ist oft eher psychologisch als visuell.
| Note | Sichtbarkeit (10x Lupe) | Visuelle Leistung | Technische Seltenheit |
|---|---|---|---|
| VVS1 | Virtuell unmöglich zu erkennen | Außergewöhnliche Brillanz; keine Lichtinterferenz | Extrem selten; oberste Stufe der VVS-Kategorie |
| VVS2 | Extrem schwer zu erkennen | Hervorragende Transparenz und Feuer | Sehr geschätzt; etwas häufiger verfügbar als VVS1 |
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